Modellbahn Spur N 1:160
Ich möchte hier nicht die 100ste Anleitung zum Einschottern von Gleisen geben und auch keine Ratschläge verteilen welches Gleissystem nun das geeignetste für jeden Einzelnen ist. Dies wird auf anderen Seiten und in diversen Foren schon ausführlich und teilsweise sehr gut behandelt.
Vielmehr möchte ich ein paar Ideen und Vorgehensweisen von meiner Anlage erläutern.
1. Vitrinen
Irgendwann war es bei meiner Sammelleidenschaft natürlich soweit, dass sämtliche Schattenbahnhöfe mit Zügen überfüllt waren. Die Möglichkeit weitere Schattenbahnhöfe anzulegen war nicht mehr vorhanden. Somit musste ich eine andere Lösung finden, denn Rollmaterial immer wieder in die Schachteln zu räumen liegt mir nun mal nicht...
Es dauerte nicht lange, bis ich Anzeigen las über entsprechende "Einzelzugvitrinen". Diese fand ich sehr hübsch, für mein Empfinden was Material betrifft, das nicht unmittelbar mit der Anlage zu tun hat allerdings zu teuer. Also beschloß ich etwas ähnliches selbst zu bauen.
Der ein oder andere wird diese Anleitung von Ismaels 1zu160 Forum kennen. Bevor hier meine eigene Homepage entstand, war dies eine gute Möglichkeit diese Idee anderen Hobbykollegen nahe zu bringen.
Hier nun die Bauanleitung:
Allgemein
Gebaut habe ich bisher Vitrinen in den Längen 50, 100 und 150
cm.
Diese Längen sind weder umständlich errechnet worden, noch basieren sie auf
irgendwelchen Erfahrungswerten. Ausschlaggebend war lediglich die Tatsache, in
welchen Abmessungen das Rohmaterial erhältlich war und wie ich es
"restlos" verarbeiten konnte.
Verwendetes Material
- Flachleisten 50 x 8 mm, 2000 mm lang (EUR 3,09 im Baumarkt
meines Vertrauens...)
- Leisten 5 x 5 mm, 1000 mm lang (EUR 0,50)
- "Bastelglas" 500 x 1500 mm, 2 mm stark (EUR 20,- je Platte / reicht
für 10 Stück à 1,5 m)
- Holzleim
Verwendetes Werkzeug
- viele Leim- bzw. Schraubzwingen (für 1,5 m Vitrine mindestens
8 Stück)
- Wäscheklammern
- Kappsäge
- Schwingschleifer (oder vergleichbares)
- Cutter
Baubeschreibung
Ich gehe bei der folgenden Beschreibung mal davon aus, dass 2
Vitrinen von 1000 mm Länge gebaut werden - das heißt, es werden 3 der oben
genannten Flachleisten und 8 kleine Leisten benötigt. An 2 der Flachleisten
werden auf die gesamte Länge, vorne bündig die kleinen Leisten mit Holzleim
befestigt. Zum Einspannen eignen sich Wäscheklammern hervorragend, da sie die
13 mm gerade noch umschließen können. Da die kleinen Leisten nur 1000 mm lang
sind, werden je Flachleiste 2, für beide Flachleisten zunächst 4 der kleinen
Leisten benötigt.
Nach dem Aushärten des Leims kann parallel zur 1. Leiste im Abstand von 2,5 mm
eine Zweite aufgeleimt werden. Zur Ausrichtung des 2,5 mm Abstandes habe ich
Reste eines Zollstockes als Abstandshalter verwendet. Durch das Aufleimen
dieser 5 x 5 mm Leisten ist nun die Führungsschiene der Plexischeibe
entstanden. Wer geeignetes Werkzeug besitzt, kann sich die Vierkantleistchen
auch sparen und stattdessen eine Führungsrille fräsen. Das ist sicher
Geschmackssache. Mir gefällt die "Leistenvariante" besser, da so das
Gleis nicht so hervorsticht.
Nun werden die 3 Flachleisten (50 x 8 mm) zu einem nach vorne offenen
"U" zusammengesetzt, wobei die Rückwand zwischen die beiden mit den
Führungen ausgestatteten Flachleisten gesetzt wird. Das "U" mit
Schraubzwingen nach und nach fixieren und dabei immer wieder die bündige
Ausrichtung der Rückwand beachten - das erspart spätere Schleifarbeiten.
Nach dem Aushärten des Leim kann die nun entstandene 2 m lange Vitrine mit der
Kappsäge in zwei 1 m lange Stücke (oder vier 0,5 m oder ein 1,5 m und ein 0,5 m
langes Stück oder auch gar nicht) getrennt werden. Auf jede nun entstandene
Vitrine wird einseitig ein Endstück von 50 x 66 mm aufgeleimt (am Besten eine
Flachleiste für diese Endstücke opfern). Hierbei ist nun zu beachten, an
welchem Ende das Endstück angebracht wird: Dies richtet sich nach dem
Anschlussgleis der Anlage und der Ausrichtung der Vitrine im Wandregal.
Nachdem alle Leimarbeiten abgeschlossen sind, werden die Vitrinen mit der
Schleifmaschine von außen sauber verschliffen und je nach Geschmack lackiert,
lasiert oder sonstwie behandelt.
Das Bastelglas wird nun in Streifen von 48 mm Breite geschnitten. Hier geht man
am Besten wie bei Gipskartonplatten vor: ausmessen, entlang einer Aluleiste mit
Cuttermesser einritzen und dann abbrechen - das gelingt fast immer einwandfrei.
In die Vitrinen muss nun noch das Gleis verlegt werden, wofür ich Flexgleise
und Gleisnägel verwende. Die Nägel lassen sich recht leicht mit einem
magnetischen Bithalter vom Akkuschrauber eindrücken. Bei der Gleisverlegung in
den Vitrinen empfiehlt es sich, den Anfang direkt am Stutzen zu machen damit
die Gleisausrichtung stimmt. Am Gleisende zur Vitrinenöffnung hin sollten
möglichst 1 bis 2 Schwellen entfernt werden, um ein Einfädeln der Vitrine bei
den Schienenverbinder am Gleisstutzen der Anlage zu ermöglichen. Der
Gleisstutzen liegt ebenfalls auf einer Flachleiste von 8 mm Höhe, womit die
korrekte Höhe bereits gegeben ist.
Hinter dem Gleisstutzen ist auf den Bildern noch ein Testgleis zu sehen,
welches ebenfalls auf einer dieser Flachleisten verlegt ist, die beim
Aufschieben in Richtung Gleisstutzen gleichzeitig als Führungsleiste für die
Vitrinen dient.
Letztendlich habe ich an allen freien Wänden Regalsystemschienen aus dem
Baumarkt angebracht, auf denen nun die Vitrinen ruhen. Je nach Tiefe der
Ausleger dieses Systems lassen sich auch meherere Vitrinen hintereinander
stellen, wenn der Platz irgendwann mal nicht mehr reicht.
Bei mir sind die Vitrinen einseitig offen, da ich kaum Staubprobleme im
Hobbyraum habe. Eine Staubabdeckung zum Abnehmen sollte aber sicher auch kein
größeres Problem sein. Das Handling der Vitrinen ist sehr einfach - ich denke
auch 2 m-Vitrinen könnten noch bewegt werden. Eine Vitrine von 1,5 m reicht
aber schon für eine Zug aus z.B. 8 IC-Wagen und Lok.
Man sollte sich allerdings angewöhnen beim Tragen der Vitrine immer eine Hand
vor die Öffnung zu legen für den Fall, dass die Haftreifen der Lok dem Gefälle
nicht mehr widerstehen können.
Ich hoffe, Euch hiermit alles verständlich erklärt zu haben und wünsche Euch
weiterhin viel Spass mit unserem schönen Hobby. Über eine Rückmeldung von Euch
würde ich mich sehr freuen, vor Allem wenn Ihr ebensolche Vitrinen bauen wollt.
Kosten je laufendem Meter, inklusive Gleis:
4,50 EUR für Flachleisten
2,00 EUR für Vierkantleisten
ca. 1,30 für die Scheibe
Roco Flexgleis z.B. kostet hier ca. 2,50 (das starre), d.h. etwa 3,70 EUR je
Meter
Das macht ca. 11,50 EUR
Bei gefräster Scheibenführung: nur 9,50 EUR
Bilder:




