UNIVERSAL 132
Nach langer "Grübel- und Überwindungsphase" ist nun im Oktober 2009 der Entschluß gefallen die bestehende Bahn abzubauen, zugunsten eines kleineren und kürzeren Neubaus.Der Hauptgrund dafür ist, dass ich nun auch eine Bahn möchte, die in eine "richtige" Landschaft eingebettet ist mit deutlichen Höhenunterschieden.
Daneben soll sie auch bessere Fahrerplätze aufweisen und kürzer werden, damit sie für Events geeigneter ist.
Angenehmer Nebeneffekt wird sein, dass die Verkabelung einer Bahn "auf Platte" einfacher ausfällt als bisher.
Der Abbau der bisherigen Bahn wird zum Jahresende hin in Angriff genommen, der Neubau soll bis Oktober 2010 fahrbereit (aber sicher nicht ganz fertig) sein.
Einen Plan für die neue Bahn gibt es natürlich schon (auch wenn ich sonst nie für irgendetwas Pläne mache):
Die Strecke wird rundum und beidseitig Randstreifen erhalten, wobei ich ergänzen muss, dass der gezeichnete Grundriss kleiner ist, als der tatsächlich vorhandene Platz. Dadurch wollte ich vermeiden, dass ich beim Planen zu knapp vorgehe. Auf diese Weise reicht mir der Platz auf jeden Fall.
Eine Boxengasse, wie Ihr sie als Bauanleitung auf meiner Seite findet, wird es selbstverständlich nun auch geben, damit ich alle Funktionen meiner Software und des Tanknetzteils auch auf realistischem Weg nutzen kann. Die Position der Boxengasse habe ich im Plan skizziert und wer genau hinschaut, wird merken, dass ich vorhabe K2 und K3 zu schnippeln :-).
Die Fahrerplätze sind an den gelb markierten Stellen vorgesehen. Hier kann man gut stehen, ohne die Sicht für den Gegner zu beeinträchtigen.
Der Start:
Wie bereits an anderer Stelle mehrfach erwähnt, war es im November 2009 bereits soweit - die alte Bahn wurde demontiert...
Der letzte Gastfahrer war noch nicht richtig zum Hoftor hinaus gegangen, als ich begann die ersten Dekoteile in Schachteln zu sortieren. An manchen Tagen der Abbauzeit sah es im Rennbahnzimmer aus wie nach einer Explosion.
Hier mal ein eher gemäßigtes Foto:
Danach wurde mit den Bahnteilen der geplante Kurs provisorisch auf dem Boden ausgelegt.
Dabei ergaben sich dann noch verschiedene, kleine Änderungen, die sich in einem neuen Plan wiederfanden:

Die im Plan sichtbaren Ausgleichsgeraden wurden später dann doch alle weggelassen da ich inklusive Randstreifen den Wänden zu nahe kam.
Da die neue Bahn nun ja beim besten Willen nicht mehr auf dem Boden aufgebaut werden sollte, war der nächste Arbeitsschritt die Beschaffung von 10mm Spanplatten. Ich hatte eine Bauweise im Sinn, die vielleicht einer Selbstbauholzbahn, nach zumeist amerikanischem Vorbild, näher liegt, als dem Unterbau einer Plastikschienenbahn. Für mich war das allerdings nicht ganz so ungewöhnlich, da beim Modellbahnbau schon sehr viel öfter ein solches Vorgehen üblich ist.
Zunächst wurden ca. 1 - 1,2m lange Streckenabschnitte auf den Platten angezeichnet. Für den eigentlichen Streckenteil kam dabei eine selbstgefertigte Anzeichenschablone zum Einsatz, die sicher stellte, dass die Spanplatte jeweils 5cm links und rechts der Schienen übersteht.
Dies war nötig um eine Auflage für die Randstreifen zu erhalten:
Zum Anzeichnen der Randstreifen kam eine ebensolche Schablone mit einem 10cm Abstand zum Einsatz (ebenfalls im Bild liegend).
Nachdem die angezeichneten Stücke mit der Stichsäge ausgesägt waren, wurden sie mit Leim und Schrauben zusammen gesetzt.
Auf diese Art enstanden zunächst 4, ingesamt dann 21 Segmente.
An den Segmenten wurden dann an jeweils einem Ende 3 Dachlattenstücke befestigt (wie immer mit Schrauben und Leim), die später als "Verbinder" dienen sollten.
Da ich auf dem "Masterplan", der in der Werkstatt im Massstab von ca. 1:5 aufgehängt war auch Höhenangaben eingetragen hatte (von Hand und einfach frei nach Gefühl), wurden im Anschluß an den Segmentbau auch gleich die Stützen angefertigt.
Danach habe ich die Segmente auf den Dachboden transportiert und dort testweise ausgelegt, um mal einen Überblick zu erhalten, was ich da denn nun "verbrochen" habe:
Das sah nun schon ganz anders aus, als nur mit den Schienen.
In den folgenden Tagen wurde dann Segment für Segment die Anlage aufgebaut. Dabei wurden zunächst die 3 Segmente der hinteren rechten Kurve miteinander verbunden und dann auf die dort vorgesehenen Stüzen gelegt. Die Stützen wurden dann an erst an der Fahrbahn und danach auch auf dem Foßboden verschraubt. Dies ist nötig, dazum Teil doch enorme Spannungen in diesem Unterbau auftreten durch Überhöhung mancher Kurven, durch Steigungen, Senken oder Kuppen.
Nach diesen 3 Segmenten, wurde ein Segment nach dem anderen dazugebaut, bis der Unterbau komplett stand. Da ich dabei dann nur einen Versatz von wenigen Zentimetern produziert hatte, wurde kurzerhand Alles so gelassen und statt größerer Ausrichtarbeiten einfach ein Scheinenpassstück angefertigt.
Leider habe ich während des Aufbaus der Segmente keine weiteren Fotos gemacht. Die nächsten Bilder sind erst entstanden, als die Anlage soweit stand:
Vor allem auf dem letzten Bild lässt sich gut erkennen, dass die Bahn über recht üppige Höhenunterschiede verfügt. Aber gerade so etwas empfinde ich inzwischen als das Salz in der Suppe.
Manch einer von Euch wird eventuell der Gedanke kommen, dass hier einige Stellen mit größeren Sichtbehinderungen einhergehen.
Wirklich betroffen davon sind zwei Stellen, was im Rennbetrieb jedoch überhaupt nichts ausmacht. Man gewöhnt sich ruckzuck daran.
Dieses Thema wird meines Erachtens in vielen Foren überbewertet.
Im Zuge der späteren Gestaltung ist fest eingeplant die Bahn zu färben. Ich möchte von den weißen Mittellinien weg und stattdessen lieber seitliche Linien auftragen, die zudem eine Art "Ideallinie" der Slots vorgaukeln. Erst Farbtests fanden noch auf der alten Anlage statt. Auch auf dem Neubau wurde sofort ein Stück Strecke mit verschiedenen Baustoffen verspachtelt und mit Dispersionsfarbe gestrichen. Ich möchte auf diesem Weg während der Testfahrtphase genügend Erkenntnisse sammeln über die Haltbarkeit der Produkte und auch das Gripniveau. Die Testphase wird sicher noch bis zum späten Sommer andauern, da ja Einiges an Elektroarbeiten zu erledigen ist. Das hängt auch damit zusammen, dass ich mich dazu entschieden habe jede Schiene einzuspeisen. Des scheint mir der einzig sinnvolle Gedanke Kontaktprobleme durch den Farbauftrag zu umgehen - auch auf Dauer. Bezüglich der Einspeisungen kam mir dann auch ein ungewöhnlicher, aber sehr praktischer Gedanke, den Ihr auf den Bildern sicher gut nachvollziehen könnt. Auch das ist wieder eine Methode, die beim Modellbahnbau abgekupfert ist.
Es sind zwar erst etwa 30% der Zusatzeinspeisungen fertig, aber die Zeitmessung ist bereits wieder installiert und die Bahn hat die ersten Rennabende hinter sich.
In der Rubrik "Technik" könnt Ihr Euch die neuen Fahrerplätze anschauen.
