UNIVERSAL 132


Hier findet Ihr nach und nach ein wenig Information über die technische Ausstattung meiner Bahn, wie Tanknetzteil, Reglerplätze, aber auch meine persönlichen Erfahrungen und Vorlieben in Sachen Regler. Vielleicht liefert das dem Ein oder anderen Anregungen zum Nachbau, oder auch Hilfestellung bei Entscheidungen.


1. Reglerplätze der neuen Bahn

Im Zuge der Materialausdünnung wurde unter anderem auch das Carrera Racing Management verkauft. Die aufwendige Installation im Vorzimmer sollte nun auch komplett weichen. Stattdessen wollte ich nun vernünftige Reglerplätze installieren, die zugleich auch ein wenig komfortable Spielerei bieten. So sind diese Plätze nun ausgestattet mit je einem 8" Monitor, einem Touchpad (das benötigt nicht so viel Platz wie eine Maus und sieht nicht so klotzig aus wie ein Trackball), Tasten für Boxenweiche, Chaos und Restart sowie natürlich den Regleranschlüssen in den üblichen Ausführungen mit 6,3mm Klinke und 4mm Banane. Dabei werden die Bananenbuchsen bei gestecktem Klinkenstecker abgeschaltet. So wird Kurzschlüssen durch zwei gleichzeitig gesteckte Regler an einem Reglerplatz vorgebeugt.

Der rechte Platz ist zudem mit einer Taste ausgestattet, mit welcher der Rechner gestartet werden kann, da ich diesen aufgrund seines Geräuschpegels wieder in den Vorraum verbannt habe.Die Chaostaste ist beleuchtet und diese Beleuchtung dient gleichzeitig als Indikator für anliegende Bahnspannung auf der jeweiligen Spur. Sie erlischt beim Drücken der Taste. Noch nicht realisiert ist die drauf folgende Ausleuchtung der grünen Restarttaste, sowie die gesamte Boxengassenweichengeschichte.

     

    

Die Gehäuse der Reglerplätze sind aus Hobbycolor entstanden. Dabei wurden die Frontplatten farblich passend zur Software ausgewählt. Die Rahmen sind selbstgebaut aus entsprechenden Holzleisten.

Zusätzlich zu den kleinen Monitoren gibt es noch einen zentralen Monitor an der Decke des Raumes. Hier kam unser alter TFT vom Schreibtisch zum Einsatz, dessen Innenleben um 180° gedreht wurde (Grafikarte etc. lassen ein Drehen des Bildes beim alten Rennbahn-PC nicht zu):

Selbstverständlich wurde der Monitor ein wenig passend zum Thema Carrera Universal gestaltet...


2. Regler

Meine Standartregler sind ein Parma Eco und ein Parma Plus

     

Beide Regler sind mit einem 45 Ohm Widerstand ausgerüstet und lassen sich mit einem Umrüstsatz von Umpfis Slotbox zusätzlich auf 25 und 35 Ohm umschalten.

Der dazu nötige Umschalter ist jeweils vor den Kabelaustritten der Regler zu erkennen. Die zusätzlichen Keramikwiderstände kann man beim Eco im Gehäuse erahnen.

Durch den Umschalter wird entweder der eine, oder der andere Keramikwiderstand parallel zum Reglerwiderstand geschaltet, wodurch sich dessen Impedanz gemäß dem ohmschen Gesetz ändert. Wer in Physik aufgepasst hat, wird natürlich wissen, dass sich somit der Grundwert des Reglers nur nach unten verändern lässt, nicht aber nach oben.

Für Gäste ohne Regler halte ich auf Wunsch noch einen Evo-Regler vor. Ich selbst mag diese Dinger nun gar nicht, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

In gleicher Bauform besitze ich ebenfalls zwei der alten Carrera Regler mit 15 Ohm Keramikwiderstand, die den Vergleich mit so manchem neuen Produkt nicht zu scheuenbrauchen.


Ganz neu gibt es seit Februar 2010 einen Slot It SCP-1



und einen MRRC-Regler mit dem Umbausatz von Rainer Hölzel (Cockpit-Toolbox).

Bevor ich jetzt meine persönlichen Erfahrungen und Vorlieben bezüglich der einzelnen Regler schildere, stellt sich natürlich die Frage: "Benötigt man so viele Regler?" - natürlich nicht!  Also warum habe ich sie dann? Dafür gibt es sicher verschiedene Gründe. Zunächst ist das natürlich meine Neugier gegenüber Neuem, zum anderen vielleicht ein persönlicher Entwicklungsprozess.

Die Leidenschaft "Carrera Universal" begann mit den alten kleinen Carrera Reglern ohne Bremse, dafür mit Feststellknopf. Schnell bekommt man im Web heraus, dass es auch noch andere Sachen gibt. Somit kaufte ich 2 Evo-Regler, um mal in den Genuß des "Bremsens" zu kommen. Bald darauf folgten die ersten Treffen mit Gleichgesinnten und damit auch der Kontakt zu Pistolenreglern aus dem Hause Parma. Folglich konnte es nicht lange dauern, bis ich ebenfalls einen solchen Regler besorgte. Das war dann der Parma Eco - gleich inklusive Umbausatz zur Widerstandsumschaltung. Zu dieser Zeit fuhr ich regelmässig mit einem guten Freund, der keinen eigenen Regler besaß. Also musste ein zweiter Parma ins Haus, wobei es selbstverständlich nicht unbedingt das gleiche Modell sein durfte (die Neugier....). Kurz darauf besaß ich auch einen Parma Plus - ebenfalls gleich mit Umschaltung. Irgendwann dazwischen kaufte ich 2 der alten Keramikdrücker mit 15 Ohm Widerstand. Der Grund hierfür war wohl eher die Sammelleidenschaft, als das wirkliche Bedürfnis diese Regler zu benötigen. Kürzlich wurde ich dann auf den Slot It SCP-1 aufmerksam. Als dieser dann mal wieder lieferbar war, konnte ich mich nicht zurückhalten. Ich wollte einfach mal schauen, was so ein Teil bringt. Gleichzeitig kaufte ich noch den MRRC mit 45 Ohm Widerstand und natürlich der Umschaltung auf 25 und 35 Ohm. Der Hintergrund für diesen Kauf, waren die Treffen bei meinem Freund Jochen, der eine 4-spurige Bahn besitzt. Hierzu laden wir auch immer Neueinsteiger ein, die dann gelegentlich natürlich mit einem Regler versorgt werden müssen, da sie selbst noch keinen "guten" besitzen.  Da helfe ich gerne aus und habe dafür den MRRC besorgt. Ein weiterer Parma wäre ja mit meiner Neugier nicht vereinbar gewesen...

Jetzt zu meinen Erfahrungen mit diesen Reglern:

Der Umstieg auf Pistolenregler war für mich wohl goldrichtig. Ich komme damit viel besser zurecht, als mit dem klassischen Daumendrücker. Das merkt man auch an den Rundenzeiten.
Nun lege ich viel Wert darauf, dass ein Regler leicht und ohne Kratzen zu bedienen ist.  Mein Eco war hier wohl ein Glücksgriff, denn der lief auf Anhieb butterweich und ohne jegliches Hakeln. Inzwischen weiß ich, dass das bei Parma Reglern nicht unbedingt häufig der Fall ist. Häufig sind umfangreiche Nacharbeiten nötig. Das war dann auch beim Plus der Fall. Der war widerlich kratzig. Doch feinfühliges Richten des Triggers und das Vergießen der Widerstandwicklungen mit 2-K-Kleber und anschließendem Planschleifen verhalfen auch ihm zur gewünschten Funktion. Beide Regler liegen mir wunderbar in der Hand und haben einen für mich angenehm kurzen Bedienweg. Unter Einbeziehung des Bremspotis  - ich fahre besser mit schwächerer Bremse :-)   - bin ich mit diesen Reglern noch heute am schnellsten.
Beide habe ich nun fast 4 Jahre und es sind keine nennenswerten Abnutzungsprobleme festzustellen. Ich habe sie in dieser Zeit nur wenige Male gereinigt und 2x einen Tropfen Öl auf dem Triggerdrehpunkt plaziert - fertig.

Da zum direkten Vergleich näherliegend, gehe ich zunächst einmal auf den MRRC ein. Direkt aus der Packung war er ebenso fürchterlich kratzig wie der Parma Plus. Eigentlich liest man über diesen Regler diesbezüglich ja nur Gutes. Also bin ich entweder zu empfindlich oder ich habe entgegen z.B. zum Eco hier einen Ausrutscher in die Gegenrichtung erwischt. Trotz aller Bemühungen konnte ich dieses Problem beim MRRC auch nicht aus der Welt schaffen. Mit den üblichen Arbeiten analog zum Parma Plus, also Widerstand versiegeln und Trigger justieren wurde es nicht nennenswert besser. Das kratzige Gefühl empfand ich nach wie vor als unangenehm.Dazu gesellte sich noch eine weitere Unannehmlichkeit: Ich fahre - als Linkshänder - nur mit dem Mittelfinger. Dieser umschließt den Gashebel dabei realtiv weit, womit ich auch leichten seitlichen Druck auf den Trigger ausübe. Ist dieser nun realtiv "zart" justiert, hebt er von Widerstand ab und verliert jeglichen Kontakt. Ursache dafür ist ein ganz feines Spiel im Lager des Hebels. Das konnte so nicht bleiben. Entweder Kontakt und dafür stärkeres Kratzen, oder schwaches Kratzen und dafür gelegentlich kein Kontakt - beides nicht aktzebtabel. Somit entschied ich mich für den Umbausatz zum Transistorregler. Damit bin ich nun auch recht zufrieden. Das Gefühl im Abzugshebel ist nun deutlich angenehmer, wenn auch immer noch nicht so weich wie bei meinen Parmas. Die regelbare Bremse kommt meinem Fahrstil natürlich entgegen. Viel Erfahrung konnte ich bis heute allerdings noch nicht mit dem Regler sammeln und werde das zu gegebener Zeit an dieser Stelle nachholen.

Stattdessen hier noch eine persönliche Empfindung zugunsten der Parma-Regler. Mir liegt das kleinere und abgerundetere Gehäuse des Pamra besser in der Hand und der kürzer Hebelweg ist mir auch angenehmer. Zu den Gehäuseunterschieden habe ich noch zwei Bilder parat, die das verdeutlichen:

      

kleinerer Parma                         rundlicherer Parmagriff


Zu guter Letzt jetzt noch ein paar Worte zum Slot It. Eigentlich hatte ich solchen Reglern bisher wenig Beachtung geschenkt. Die Tatsache, dass ich allerdings schon nach wenigen Stunden Spielerei 3-4 Zentel auf meiner Bahn herausholen konnte, beeindruckt mich schon. In erster Linie ist natürlich wieder die regelbare Bremse dafür verantwortlich, die äußerst angenehm zu regeln ist. Dazu kommt noch die optionale Funktion, eine Kurve für den Bruchteil einer Sekunde voll anzubremsen, um den mit sich öffnender Bremse weiter zu fahren. Auch die anderen Einstellmöglichkeiten sind sehr schön feinfühlig und unterschiedliche Autocharaktere lassen sich wunderbar auf eine Bahn abstimmen. Etwas gewöhungsbedürftig ist der fast schon zu kurze Hebelweg. Da hatte ich allerdings schnell im Griff. Sehr angenehm ist natürlich der kontaktlose Abgriff! Ein paar Funktionen sind im Analogbetrieb natürlich überflüssig, wie z.B. die alternative Belegung der Pfeiltasten mit verschiedenen Bremsfunktionen.

Fazit für mich: Der Regler ist keine Schönheit, aber mit seinen Möglichkeiten bei diesem Preis durchaus empfehlenswert. Nachteil ist natürlich gerade im Falle der Carrera Universal die Festlegung auf positive oder negative Regelung je nachdem, welche Ausführung man kauft. Bei der Uni sind eben beide Varianten anzutreffen. Ich habe mich für die positive Regleung entschieden, da neben meiner eigenen Bahn auch alle Bahnen, auf denen ich häufiger zu Gast bin so ausgelegt sind. Eine Uni in originaler Belegung verlangt dann nach einem Slot It für negative Regelung. Da hier die Herstellerbezeichnugen und jene mancher Shops etwas differieren, sollte man bei einer Bestellung im Vorfeld eindeutig klären, um welchen Regler es sich handelt (nur mal als kleiner Tipp am Rande).





3. einstellbare Bremse

Für manches Fahrzeug ist eine Bremsleistung von 100% einfach zu heftig. Um dem begegnen zu können habe ich mir eine separate einstellbare Bremse gebaut (bevor SlotIt- und MRRC-Regler im Haus waren).

Dafür benötigt man nur ein kleines Gehäuse, eine 4mm Buchse, einen 4mm Stecker, ein Stückchen Kabel, sowie einen Poti samt Drehknopf. Auf diese Art kann der Bremsregler für jeden Regler verwendet werden, den man besitzt, ohne dass man sich das Teil gleich mehrfach bauen muss.

Der Poti hat folgende Eckdaten:  0 - 100 Ohm / 4 Watt und kostet ca. 4,-- Euro.


Für die restlichen Kleinteile sind noch einmal ca. 6,-- Euro fällig (das von mir verwendete Alugehäuse ist mit 4 Euro recht teuer).

Von den drei Anschlüssen des Potis werden nur zwei benötigt: der Mittlere und entweder der Rechte oder Linke. Damit wird nur bestimmt, ob bei Rechts- oder Linksanschlag des Potis die maximale Bremsleistung erreicht wird.

Die Geschichte wird nun einfach zwischen den Reglerstecker für die Bremse (hier Schwarz) und den entsprechenden Regleranschluß an der Bahn gesteckt - fertig. Nun lässt sich die Bremsleistung des Reglers, welche ja nur aus einem Kurzschlusskontakt besteht, nach Wunsch abschwächen. Eine Verstärkung der ursprünglichen Bremswirkung ist natürlich nicht machbar.


4. Tanknetzteil (TNT)

Nach das Carrera Racing Management zwar hervorragend bei mir funktioniert, störte mich aber doch die Tatsache, dass ich dabei mehr oder weniger auf dessen Regler angewiesen bin. Bei der möglichen Verwendung anderer Regler, was gerade beim Besuch von Gästen wünschenswert ist, wird das RMS zur reinen Zeitmessung degradiert. Das war mir dann doch zu langweilig.

Durch einen Hobbykollegen in Köln bin ich dann auf den "Ghairacer" aufmerksam geworden. Diese als Freeware downloadbare Zeitmessung bietet als zusätzliches Feature die Möglichkeit zum Bau eines Tanknetzteils. Hiermit ist es nun möglich Rennen zu fahren, bei dem die Schwerfälligkeit eines vollgetankten Fahrzeugs simuliert wird. Damit ergibt sich bei längeren Rennen auch die Möglichkeit zur Entwicklung von verschiedenen Strategien.

Wie das Alles genau abläuft, könnt ihr euch auf der entsprechenden Website anschauen: www.ghairacer.de

Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem System, das absolut zuverlässig funktioniert.

Für knapp 140,-- Euro (für die Bauteile) erhält man ein Netzteil für bis zu 4 Spuren inkl. Zeitmessung und Startampel.

Der Bau sollte für jeden zu bewerkstelligen sein, der mit einem Lötkolben umzugehen weiß.

Die Jungs vom Ghairacer haben wohl noch einige vorgeätzte Platinen übrig, die man für EUR 37,-- kaufen kann. Dazu erhält man dann eine detaillierte Liste mit allen nötigen Bauteilen samt Reichelt-Bestellnummer. Mit dieswer Platine ist der Bau wirklich ein Kinderspiel.

Viel mehr brauche ich eigentlich nicht dazu zu schreiben, da sich alle weiteren Infos auf der Seite vom Ghairacer finden lassen.

Hier noch ein paar Bilder von meinem Netzteil:

Hier die Frontseite, allerdings noch ohne Beschriftung und den nachträglich eingebauten Ein / Aus-Schalter. Da meine Bahn nur 2-spurig ist, habe ich auch nur zwei Voltmeter eingebaut. Potis und "Hand - Auto - Umschalter" sind aber schon für 4 Spuren vorhanden. Diese Elemente kann man aber auch weglassen, sofern das TNT nur mit dem PC verwendet werden soll. Dann wird auch die Bahnspannung via PC ausgewählt.

Von hinten besitzt mein Netzteil neben den beiden Ausgängen zur Bahn noch Eingänge zur Spannungsversorgung durch mein ohnehin vorhandenes Labornetzteil (2x 0-30Volt / 3 A). Dies ist allerdings nicht nötig, da der Bauplan eigentlich einen Ringkerntrafo vorsieht, wodurch das TNT zum eigenständigen Netzteil wird.

Die RS232 Schnittstellen dienen zur Anbindung an den PC und zum Anschluß von Lichtschranken und Startampel.

So siehts von innen aus.

Zum Schluß noch ein Bild von der Platine, als ich gerade mit den Lötarbeiten begonnen hatte.